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08.07.2013
Wie man Tabus thematisiert

Ein Gespenst geht um in Deutschland: Es ist der Werbewind der Aufklärung, der durch unsere bislang schamhaft verschwiegenen Tabuzonen wirbelt. Von weniger müssen müssen bis länger können können, von vorzeitigen Ergüssen bis zu nachhaltigem Prostata-Schutz – den Tabubrechern der Werbewirtschaft ist nichts mehr peinlich. Ob das gut ist oder nicht, daran scheiden (sic!) sich die Geister.

Als neuester Öffner der Tabuzonengrenze betätigt sich die August  Wolff GmbH aus Bielefeld. Bekannt durch seine prägnante und erinnerungsstarke Alpecin-Werbung mit dem kultigen Dr. Klenk, präsentiert das Unternehmen nun in der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe höchst offensiv eine Anzeige für seine Vagisan FeuchtCreme, die erste hormonfreie Creme gegen Scheidentrockenheit.

Damit sie nicht so alleine in der Anzeige herumliegt, wurde der Cremetube noch ein Bestseller beigesellt: die berühmte Sadomaso-Schmonzette „Shades Of Grey”, die von Millionen von Frauen in kürzester Zeit weggeschmökert wurde. Das Ganze unter der vollmundigen Überschrift „Wer das Tabu bricht, gewinnt”.

Mit anderen Worten: Auch „Vagisan” verkauft sich gut. Nur traut sich Vagisan mit dieser Nachricht nicht allein auf die Bühne. Das Produkt schickt den anderen Frauen-Bestseller sozusagen als Glaubwürdigkeit-Gleitmittel vor, um davon zu profitieren. Dazu kann man nur sagen: Ein Tabubrecher ist immer Pionier und nicht Profiteur. Vielleicht ist solche Werbung aber auch nur Zeichen eines Klimawandels der besonderen Art: Scheidentrockenheit ist die neue Polkappenschmelze.