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30. September 2014
Wird aus Bahlsen jetzt Banalsen?

Das Logo – der heilige Bezirk des Marketings. Man schrieb das Jahr 1900, als der Graphiker Heinrich Mittag von Hermann Bahlsen höchstpersönlich den Auftrag bekam, ein einprägsames Logo für Bahlsens Vision eines „ewig frischen Gebäckstücks“ zu entwickeln. Mittags Entwurf orientierte sich an der altägyptischen Hieroglyphe „dsched”, was so viel wie „ewig-dauernd” bedeutet. Er verdichtete das komplexe antike Schriftzeichen zu dem Bahlsen-typischen TET-Zeichen, das 1928 durch den unverwechselbaren Bahlsen-Schriftzug ergänzt wurde.

Nun, im Jahre 2014 hat sich Bahlsen eine radikale Runderneuerung verordnet. Weg vom Image des „Oma kommt zu Besuch”-Kekses. Mit der Neugestaltung des Logos wurde die Hamburger Agentur Dragon Rouge beauftragt. Sie eliminierte das rote TET-Logo und machte daraus einen roten Kreis, der den Buchstaben „n” des Namens Bahlsen umgibt, was den Betrachter rätseln lässt: Wofür steht das rot umrundete „n”? Für „neu”? So weit, so gewöhnungsbedürftig.

Kurz nach der Fußball-WM im Sommer wurde dann das neue Logo im Rahmen der Bahlsen-Imagekampagne „Life Is Sweet” den Verbrauchern vorgestellt. Im Spot der Agentur Kolle-Rebbe sieht man jede Menge Hipster-Volk in Slice-of-Life-Szenen rund um Kekse. Dazwischen werden per Lettering zeitgemäße Trendvokabeln gestreut wie Chillen, Chatten, Texten etc.  – alle am Ende mit rot umrandeten „n”. Als krönender Abschluss taucht dann das neue Bahlsen-Logo auf. In dieser Kampagne wird es zwar optisch geschickt in eine logische Abfolge eingebunden – aber so auch gleichzeitig trivialisiert. So wirkt es, als habe das Logo nur eine unwesentlich längere Haltbarkeitsdauer als ein Keks.

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