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29. Januar 2015
Trendmilch für Hipster

Wenn ein großer, internationaler Getränkekonzern plötzlich in ein Grundnahrungsmittel investiert anstatt in seine koffeinhaltigen Erfrischungsgetränke, dann sorgt das für reichlich Aufmerksamkeit. Zudem, wenn beim Produktauftritt nicht gekleckert, sondern geklotzt wird. Aktuell zu erleben am Beispiel der neuen „Supermilch” namens „fairlife” die seit einiger Zeit auf dem amerikanischen Markt erhältlich ist.

Der Name „fairlife” (mit gleich zwei Revoluzzer-„i” im Schriftzug) lässt bereits begrifflich hohe Ansprüche erahnen und auch der Claim „believe in better milk” suggeriert, dass es sich hier um ein überdurchschnittliches Lebensmittel handeln muss. Oder zumindest, dass der Konsument dies gerne glauben darf ...

Was an dieser Milch in der durchgestylten PET-Flasche denn so besonders ist? Neben dem dynamischen Äußeren versucht die Milch, die in vier Sorten daher kommt, mit inneren Werten zu überzeugen. Dank Spezialfilterung der Milchbetriebe enthält sie anderthalbmal so viel Eiweiß, halb so viel Milchzucker und 30 % mehr Calcium als normale Milch. Die Aussage „ultra-filtered to perfection” der Webseite lässt daneben jede herkömmliche Milch, die im Ursprung von Mutter Natur bereits perfekt konzipiert ist, im Regal wie von vorgestern und in jeder Hinsicht unterlegen erscheinen. Die Aussage „superior nutrition you can feel good about” tut ein Übriges dazu, genauso wie das Versprechen der kompletten Kontrolle des Produktionsweges vom „Gras ins Glas”; vom Futteranbau über Tierhaltung bis hin zur tierärztlichen Betreuung.

Anstoß zur „Supermilch” gab die Vision des Unternehmens, die Welt mit besseren Nahrungsmitteln zu versorgen, um so dem modernen Menschen in der Hektik der Zeit und mangels Wissen die Sorge um gesunde Ernährung abzunehmen – wahrscheinlich dicht gefolgt von dem Bestreben, durch Veredelung möglichst viel aus einem einfachen Produkt herauszuholen.

Ob das einen Milchkrieg der Erzeuger auf dem amerikanischen Markt auslösen, die Konsumenten überzeugen oder doch nur ein kurzlebiges Trendprodukt für einige wenige sein wird, wird die Zukunft zeigen. Sicher ist jetzt bereits, dass fairlife perfekt in eine Zeit passt, in der grundsolide Lebensmittel mit Zusatzstoffen angereichert werden und die Hipsters dieser Welt mit Funktionsarmbändern und passender App auf dem Smartphone dem Selbstoptimierungswahn hinterher hecheln.

Spannender dagegen wird die Reaktion des Wettbewerbers im Bereich der koffeinhaltigen Brausen sein. Wird er auf diesen Zug aufspringen? Oder gemäß dem Motto „zurück zur Natur“ den trendgesättigten und rundoptimierten Konsumenten eine naturbelassene Premiummilch von glücklichen Kühen präsentieren? Pepsi – wir sind gespannt!

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