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6. Januar 2015
Thüringer Bratwürste aus Texas?

TTIP oder besser: das Freihandelsabkommen der EU mit den USA ist nach wie vor ein Reizthema. Die Diskussion wird emotional geführt, Schlagwörter wie „Chlorhühnchen”, „Investorenschutz” oder „internationale Gerichtsbarkeit” überdecken oft die eigentlichen Inhalte. Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt lenkte jetzt die Aufmerksamkeit auf einen neuen Aspekt – die regionalen Spezialitäten.

Mit der saloppen Aussage, man könne in Zukunft „nicht mehr jede Wurst schützen”, verdeutlichte Schmidt, dass im Rahmen von TTIP Spezialitäten wie etwa der Schwarzwälder Schinken oder Nürnberger Rostbratwürstchen nicht mehr ausschließlich aus regionalen Zutaten bestehen müssen, um den Namen tragen zu dürfen. Beispiele wie Tiroler Speck, Holländischer Gouda oder Thüringer Bratwürste, die schon heute einzelne Zutaten aus anderen Ländern beziehen, weisen den Trend – hin zur Internationalisierung.

Ein Trend, der übrigens auch Auswirkungen auf die Werbung hat. Es dürfte in Zukunft schwerer sein, ein emotionales Storytelling zu Herkunft und Zutaten regionaler Spezialitäten aufzubauen, wenn die regionalen Bezeichnungen und Marken von innen her ausgehöhlt werden. Schade wäre es, wenn Internationalisierung in Zukunft auch Profillosigkeit bedeuten würde. Die Richtlinien für regionale Rezepte müssten strenger gefasst werden. „Echt Dresdner Stollen” zeigt, dass Spezialitäten bei entsprechendem Qualitäts- und Herkunftsmanagement weiterhin alle Chancen auf ein klares Markenprofil haben.

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