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15. April 2016
Katholische Beipackzettel

Kennen Sie den kleinsten Dom der Welt? Kon-Dom. Passt nur einer rein und muss auch noch stehen. Entschuldigen Sie, dass wir Sie mit so angeranzten Altherrenwitzen behelligen, aber erstens muss man in Zeiten Böhmermann’scher Satyr-Poesie anscheinend immer noch eine Aufmerksamkeitsschippe an Flachsinn drauflegen und zweitens gibt es dafür einen realen Anlass.

Katholizismus und Verhütung sind seit jeher zwei Themenfelder mit sehr geringer Schnittmenge. Und so verwundert es nicht, dass der Berliner Apotheker Andreas Kersten – gläubiger Katholik – das Thema Beipackzettel einmal ganz neu definiert und den Kondomverpackungen in seinem Sortiment gutgemeinte Hirtenworte beifügt. „Setzen Sie sich ein für eine grundsätzliche Offenheit und Bereitschaft, Kinder zu bekommen” heißt es da beispielsweise in moralisch grundiertem Ton. Klar, dass dieser Apotheker die Pille danach gar nicht erst anbietet.

Dass sachdienliche Hinweise wie dieser nicht überall gut ankommen, liegt auf der Hand. Dabei nimmt der fürsorgliche Mann nur die Kommunikationsstrategie des Apothekenverbandes wörtlich, nach der „die Beratung in der Apotheke und die Apotheken-Umschau“ den Unterschied zu anderen Gesundheitsdienstleistern ausmacht. Aus „Lesen, was gesund macht“ wird so „Lesen, was potent bzw. fruchtbar macht.”

Ein guter Ratschlag an Berliner Kondomkäufer an dieser Stelle: Wenn Sie in Ihrer Kondomverpackung einen Zettel mit ähnlicher Botschaft finden, schauen Sie lieber noch mal an den Produkten selbst, ob dieser Apotheker seiner Message auch handgreiflich Ausdruck verliehen hat – mit kleinen Stanzlöchern an strategisch wichtigen Stellen.

Mehr über die subtile Marketing-Guerilla-Strategie erfahren Sie hier.

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