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8. Januar 2018
Chips mit Herkunftsnachweis?

Was mussten wir da in der Silvesterbeilage der Supermarktkette COMBI entdecken? Unter dem arg hingebogenen Sortimentsnamen „Heimart” werden da „Krosse Kerle” angeboten. Damit sind mitnichten Sixpack-bewehrte junge Männer gemeint, sondern Kartoffelchips, also eher Genussmittel für Couchpotatoes mit Waschbärbauch. Aber immerhin suggerieren die kartoffeligen Jungs, dass sie von irgendwoher wech kommen.

Im Innern der Beilage geht es nahtlos weiter. Unter der COMBI Handelsmarke „Goldmarie” finden sich dort „Dorfchips aus der Heimat”. Das ist ja nun mal interessant, wie heimelig hier Marketing mit der Herkunft betrieben wird. Wie unterscheiden sich Dorfchips eigentlich von Stadtchips? Werden die Kartoffeln direkt vom Acker in die dörfliche Chipsschmiede geliefert und dort aufbereitet?

Und es gibt weitere Fragen: Was ist das Unterscheidungsmerkmal von Dorfchips aus Ostwestfalen im Vergleich mit – sagen wir – Chips aus dem Rheinland? Sind Sie ostwestfälisch spröder? Haben Sie mehr Crisp? Oder sind sie provinziell kartoffeliger? Vielleicht können wir demnächst in unserem Mund faszinierende Dialoge miterleben: Unsere Zunge fragt den Chip, während sie ihn mit sanftem Knack am Gaumen zerdrückt: „Wo kommst du denn her?” Und der Chip antwortet schnöselig-bröselig: „Schmeckt du das nicht? Von einem Kartoffelacker in Niederdeppendorf, du Ignorant!”

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