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1. Juni 2015
ATS unterwegs (38)
Hals-über-Topf-Geschäfte

Bei der Fahrt zurück von einem Kunden erlebte einer unserer ATS Kollegen kürzlich eine Verkaufsveranstaltung der ganz besonderen Art. Für eine kleine Pause hielt er an einer Autobahnraststätte, kaufte sich Kaffee und Brötchen und steuerte für den Verzehr dann einen Parkplatz an. Scheinbar zufällig hielt ein Mercedes Transporter neben ihm, ein Mann stieg aus, öffnete die Seitentür, nahm altes Packmaterial heraus und entsorgte es im Mülleimer. Im Wagen selbst befanden sich zwei, drei Kartons mit Ware.

Ebenso „zufällig” verwickelte der Mann unseren Kollegen ins Gespräch. Er käme von einer Haushaltswarenmesse aus Koblenz, hätte hier noch ein paar letzte Ausstellungsstücke im Wagen und führe nun nach Hause. Als ihm von Seiten seines Gegenübers lediglich freundliches Desinteresse, aber keine vehemente Abwehr entgegenschlug, folgte das konkrete Angebot. Er habe hier ein komplettes 12teiliges Topfset (7 Töpfe, 5 Deckel) aus Edelstahl an Bord. Es handle sich um Töpfe von AMC und damit echte Qualitätsware. Da dies aber Ausstellungsstücke seien, gäbe es das Set zu einem einmaligen Sonderpreis: 500 €. Als unser Kollege darauf nicht ansprang, verringerte sich der Preis bzw. das Angebot wurde aufgestockt. Zum Topfset gesellte sich plötzlich ein „hochwertiges” Messer-Ensemble. Unser Kollege war immer noch nicht überzeugt. Nach weiteren Runden des Feilschens kam er sich vor wie bei Aal-Dieter auf dem Fischmarkt: „Und in diesen 20-€-Beutel packe ich zwei Makrelen und – ich muss verrückt sein – noch drei Bücklinge obendrauf. Hau raus den Scheiß!” 

Der angebliche AMC-Mann indes sattelte auf sein Angebot noch einen kompletten Besteckkasten drauf. Vergeblich. Schließlich zäumte er das Pferd von der anderen Seite auf. „Was ist denn Ihre Schmerzgrenze?” Unser Kollege war scheinbar weichgekocht: „200 €.” „Na komm: 300 € für Töpfe und Besteck zusammen, das ist doch ein Superangebot!” Und als besonderes Überzeugungsbonbon holte AMC-Dieter noch ein Parfum aus dem Wagen: „Für Ihre Holde, Sie verstehen?” Zwinker. In dieser Defensiv-Klemme kam unserem Kollegen die rettende Idee: „Das muss ich erst mal mit meiner Frau absprechen – die Regierung, Sie verstehen?” Zwinkerzwinker. Für ein scheinbares Telefongespräch sonderte er sich kurz ab und kam mit bedauerndem Gesichtsausdruck zurück: „Tut mir leid. Brauchen wir nicht.” Da endlich gab sich der angebliche AMC-Mann geschlagen und packte grummelnd seine Sachen zusammen.

Nach diesem Erlebnis wollten wir es wissen und schauten auf der Website von AMC nach, wie das Unternehmen zu dieser offensiven Form des Außendienstes steht. Und siehe da: Gleich auf der Startseite warnt AMC vor unseriösen Geschäftspraktiken, wo Leute im Namen der AMC auftreten und ihren Kunden unterwegs wertlose Markenfälschungen andrehen. Und wie schmeckten unserem Kollegen nach diesem Abenteuer auf dem Straßenstrich des Direktvertriebs noch Kaffee und Brötchen? Er hat es komplett vergessen.

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