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26.09.2012
Weidmann kritisiert mit Faust

Da kann einem Texter das Herz aufgehen: In der sonst so erbarmungslosen Finanzwelt wird Goethe rezitiert. So warnt Bundesbank-Chef Jens Weidmann vor den Folgen von unbegrenzten Anleihekäufen der Eurostaaten, die nun durch die EZB ermöglicht wurden.

In seiner Eröffnungsrede des Frankfurter Kolloqiums „Papiergeld – Staatsfinanzierung – Inflation” unterstellt Weidmann der EZB „Alchimie mit anderen Mitteln”. Wie Alchimisten einst aus Blei Gold herzustellen versuchten, solle heute aus Papier Geld gemacht werden. Dabei bedient er sich der diabolischen Rolle des Mephisto aus Goethes Faust II:

„Ein solch Papier, an Gold und Perlen statt,
Ist so bequem, man weiß doch, was man hat;
Man braucht nicht erst zu markten, noch zu tauschen,
Kann sich nach Lust in Lieb' und Wein berauschen.”

Die daraufhin folgende Schlagzeile auf www.boerse.ard.de „Weidmann kritisiert mit Faust” löst in unserer Textabteilung allgemeine Erheiterung aus. Und eine Mitarbeiterin freut sich ganz besonders über diese Meldung: unsere Texterin Frau Faust. Seit zwei Jahren trägt sie bereits diesen literarischen Nachnamen und hat sich mittlerweile an Faustmetaphern jeglicher Art gewöhnt. Doch jetzt überrascht es sie gleich doppelt, denn vor ihrer Heirat trug sie den Namen Weidmann (übrigens ist sie weder verwandt noch verschwägert mit Jens Weidmann noch mit Johann Wolfgang von Goethe).