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13.04.2012
Die Zeitung als Liebestöter

Angesichts steigender Klickzahlen für journalistische  Online-Medien müssen sich die Verantwortlichen im Verband deutscher Zeitungsverleger gedacht haben: Wie können wir die Tageszeitung in unserer Werbekampagne mit einem Mehrwert ausstatten, den kein Online-Medium bieten kann? Dabei kam man auf die Erotik. Und so prangt zurzeit auf den Eingangstüren zahlreicher Kioske ein Plakat, auf dem ein Liebespaar gemeinsam auf dem Bett sitzt und Zeitung liest. Darunter die Headline „Damit's mal wieder richtig knistert.”

Na, das ist mal ein USP, mit dem keine journalistische Online-Plattform mithalten kann! Blätterrascheln statt Liebesrausch. Wenn erst einmal ein Paar auf derart akustische Inspirationshilfen angewiesen ist, kann es mit der Liebe nicht weit her sein. Merke: Wer erotisches Knistern zur Benchmark erhebt, sollte dann aber auch ein dementsprechend aphrodisierendes Produkt anbieten können und nicht eine dröge Tageszeitung, für die die Vokabel „Druckerzeugnis" noch die liebestechnisch anheimelndste Bezeichnung wäre.

Dennoch könnte die Kampagne als Vorbild für andere Werbetreibende interessant sein. Zum Beispiel für Müslihersteller: Auch hier sitzt das Paar auf dem Bett und verzehrt ein Frühstücksmüsli, darunter der Satz: „Damit's morgens mal wieder kernig zur Sache geht.” Oder ein Zwiebackhersteller, der für seine bettfreundlichen Produkte mit einem ähnlichen Motiv wirbt und der Message: „Der Piek der Lust”. Da verkrümelt sich die Erotik von ganz allein.